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Reflux Diagnose: Was Magenspiegelung und pH-Metrie wirklich zeigen

Reflux Diagnose: Was Magenspiegelung und pH-Metrie wirklich zeigen

Diagnostik · Reflux

Reflux Diagnose: Was Magenspiegelung und pH-Metrie wirklich zeigen

Von Flora Bergmann · Sodbrennen Frei

Kurze Antwort

Eine Reflux-Diagnose stützt sich auf mehrere Untersuchungen: Die Magenspiegelung zeigt sichtbare Schäden an der Speiseröhrenschleimhaut, während die pH-Metrie den tatsächlichen Säurerückfluss über 24 Stunden im Alltag misst. Beide Methoden ergänzen sich und helfen dabei, Reflux von anderen Erkrankungen zu unterscheiden.

Was bedeutet eine Reflux-Diagnose überhaupt?

Wer regelmäßig unter Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder einem Druckgefühl hinter dem Brustbein leidet, stellt sich irgendwann die Frage: Ist das wirklich Reflux – und wenn ja, wie schwer? Eine Reflux-Diagnose zu stellen, ist keine Kleinigkeit. Die Symptome überschneiden sich mit anderen Erkrankungen des Verdauungstrakts, und nicht jedes Sodbrennen ist automatisch eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD).

Der Begriff Reflux beschreibt zunächst nur ein Phänomen: Mageninhalt fließt zurück in die Speiseröhre. Das passiert jedem Menschen gelegentlich – nach einem üppigen Essen, beim Bücken oder in der Schwangerschaft. Erst wenn es regelmäßig geschieht und Beschwerden oder Schäden verursacht, spricht man von einer behandlungsbedürftigen Refluxkrankheit. Genau hier kommen die diagnostischen Methoden ins Spiel.

Die vier wichtigsten Untersuchungsmethoden im Überblick

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Ein dünnes Endoskop wird durch Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt. Der Arzt kann Entzündungen, Erosionen oder Veränderungen der Schleimhaut direkt sehen und Gewebeproben entnehmen.

24-Stunden-pH-Metrie

Eine dünne Sonde misst über einen Tag und eine Nacht hinweg den Säuregehalt in der Speiseröhre. So wird erfasst, wie oft und wie lange Säure zurückfließt – auch nachts und im Schlaf.

Impedanz-pH-Metrie

Eine Weiterentwicklung der pH-Metrie. Sie erkennt nicht nur sauren, sondern auch nicht-sauren Reflux – wichtig für Patienten, deren Beschwerden trotz Säurehemmer anhalten.

Manometrie der Speiseröhre

Misst den Druck im unteren Speiseröhrenschließmuskel und die Bewegungen der Speiseröhre. Sie hilft zu verstehen, ob eine Muskelschwäche den Reflux begünstigt.

Die Magenspiegelung: Sichtbarer Schaden als Reflux-Diagnose

Die Gastroskopie ist oft der erste Schritt in der Reflux-Diagnostik. Sie dauert in der Regel nur wenige Minuten und wird meist unter leichter Sedierung durchgeführt – du merkst davon kaum etwas. Was der Arzt dabei sieht, gibt wichtige Hinweise auf den Schweregrad des Refluxes.

In der Speiseröhre können sich durch wiederholten Säurekontakt kleine Entzündungen (Ösophagitis) oder sogar Erosionen bilden – also kleine Wunden in der Schleimhaut. Diese werden nach der sogenannten Los-Angeles-Klassifikation eingeteilt, von Grad A (leichte Rötungen) bis Grad D (großflächige Schäden). Auch ein Barrett-Ösophagus – eine Veränderung des Schleimhautgewebes, die als Vorstufe gelten kann – ist bei der Spiegelung erkennbar.

Wichtig zu wissen

Eine unauffällige Magenspiegelung schließt Reflux nicht aus. Viele Menschen mit typischen Beschwerden haben keine sichtbaren Schleimhautschäden – man spricht dann von einer nicht-erosiven Refluxkrankheit (NERD). Hier ist die pH-Metrie besonders wertvoll.

Zusätzlich kann der Arzt bei der Gastroskopie einen Zwerchfellbruch (Hiatushernie) erkennen. Dabei rutscht ein Teil des Magens durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustraum, was den Schließmuskel der Speiseröhre schwächt und Reflux begünstigt.

Arzt bei medizinischer Untersuchung
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Die pH-Metrie: Reflux-Diagnose im Alltag messen

Während die Magenspiegelung ein Momentbild liefert, gibt die 24-Stunden-pH-Metrie Auskunft darüber, was im Laufe eines normalen Tages – und vor allem nachts – in der Speiseröhre passiert. Eine hauchdünne Sonde wird durch die Nase bis kurz über den unteren Speiseröhrenschließmuskel vorgeschoben und dort befestigt.

Am Körper trägt man ein kleines Aufzeichnungsgerät – vergleichbar einem Herzmonitor. Man führt seinen normalen Alltag weiter: essen, schlafen, spazieren gehen. Über einen Knopf dokumentiert man, wann Beschwerden auftreten, und trägt Mahlzeiten sowie Liegezeiten in ein Tagebuch ein. So kann der Arzt hinterher genau sehen, ob Säure tatsächlich in die Speiseröhre zurückfließt – und ob das mit den Symptomen zusammenhängt.

Was die pH-Metrie konkret misst

Das zentrale Maß ist der sogenannte DeMeester-Score. Er fasst zusammen, wie oft der pH-Wert in der Speiseröhre unter 4 fällt (was auf sauren Reflux hindeutet), wie lang die einzelnen Episoden dauern und wie viele davon über fünf Minuten anhalten. Außerdem wird der symptomatische Index berechnet: Wie oft fällt ein pH-Abfall genau in den Moment, in dem die Patientin Beschwerden notiert hat?

Tipp für die Untersuchung

Säurehemmer (PPI wie Omeprazol) sollten vor einer pH-Metrie in Absprache mit dem Arzt pausiert werden – sonst kann das Ergebnis verfälscht sein. Bitte kläre das immer vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Reflux-Diagnose: Wenn die Impedanz-pH-Metrie gebraucht wird

Manche Menschen haben trotz negativer klassischer pH-Metrie weiterhin Beschwerden. Oder sie nehmen bereits Protonenpumpenhemmer und fühlen sich kaum besser. In solchen Fällen kann die kombinierte Impedanz-pH-Metrie wichtige Antworten liefern.

Diese Methode misst nicht nur den pH-Wert, sondern auch die Bewegung von Flüssigkeit und Gas in der Speiseröhre. Dadurch lässt sich nicht-saurer Reflux (zum Beispiel alkalischer oder gallig-gepufferter Reflux) nachweisen, der bei der klassischen Methode unsichtbar bleibt. Besonders bei Patienten mit Husten, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden ohne klaren Säurenachweis kann das entscheidend sein.

Was bedeutet das Ergebnis für dich?

Eine Reflux-Diagnose ist kein Urteil, sondern ein Ausgangspunkt. Sie hilft dabei zu verstehen, ob Sodbrennen durch tatsächlichen Säurerückfluss ausgelöst wird oder ob andere Ursachen – etwa eine Überempfindlichkeit der Speiseröhre oder funktionelle Beschwerden – eine Rolle spielen. Das beeinflusst, welche Behandlungsschritte sinnvoll sind und welche nicht.

Gleichzeitig zeigen Ernährung, Schlafposition, Gewicht und Stress in der Auswertung oft deutliche Muster. Viele Menschen sind überrascht, wie klar die Aufzeichnung zeigt, dass bestimmte Mahlzeiten oder Liegezeiten mit Reflux-Episoden zusammenfallen. Das gibt konkrete Ansatzpunkte für den Alltag – neben jeder medizinischen Behandlung.

Bett und Kissen für besseren Schlaf bei Reflux
Die pH-Metrie misst auch nachts – und zeigt, ob Reflux im Schlaf ein Thema ist.

Wann zum Arzt?

Suche bitte zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn du regelmäßig (mehr als zweimal pro Woche) Sodbrennen hast, wenn die Beschwerden trotz Hausmitteln und Ernährungsanpassungen nicht besser werden, wenn du Schluckbeschwerden, ungewollten Gewichtsverlust, anhaltenden Husten oder Heiserkeit bemerkst – oder wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt. Auch Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen, sollten sofort abgeklärt werden, da sie auch auf das Herz hinweisen können. Eine Reflux-Diagnose durch den Arzt ist der einzige Weg, ernstere Erkrankungen sicher auszuschließen.

Häufige Fragen

Ist die Magenspiegelung schmerzhaft?

Die Gastroskopie ist in der Regel kein schmerzhafter Eingriff. Sie dauert meist nur wenige Minuten und wird häufig unter leichter Sedierung (einem kurzen Dämmerschlaf) durchgeführt, sodass du davon kaum etwas mitbekommst. Danach kannst du zuhause entspannen – autofahren solltest du an dem Tag allerdings nicht.

Muss ich für die pH-Metrie ins Krankenhaus?

Nein, die 24-Stunden-pH-Metrie wird ambulant durchgeführt. Die Sonde wird morgens gelegt, du gehst dann nach Hause oder zur Arbeit und lebst deinen normalen Alltag weiter. Am nächsten Tag gibst du das Gerät zurück und der Arzt wertet die Daten aus.

Was, wenn die Reflux-Diagnose negativ ist, aber ich trotzdem Beschwerden habe?

Das ist häufiger als viele denken. Eine sogenannte funktionelle Sodbrennen oder eine Überempfindlichkeit der Speiseröhre kann sehr ähnliche Symptome erzeugen, ohne dass klassischer Säurereflux nachweisbar ist. Auch hier gibt es Behandlungsansätze – wichtig ist, das mit dem Arzt zu besprechen und gegebenenfalls die Impedanz-pH-Metrie als nächsten Schritt zu erwägen.

Welcher Arzt ist für eine Reflux-Diagnose zuständig?

Der erste Ansprechpartner ist dein Hausarzt, der dich bei Bedarf zu einem Gastroenterologen (Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen) überweist. Dieser führt Gastroskopie, pH-Metrie und Manometrie durch und wertet die Ergebnisse aus.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine aerztliche Beratung.